27 Feb. Pressemeldungen zur Uraufführung „Zuversicht“ und Benefiz für die Ukraine am 25.02.2023
Vor fast acht Jahren komponierte der ukrainische Neue-Musik-Komponist Vitali Vyshynskyi ein Werk, das er „Zuversicht“ nannte, und der Sopranistin Maryna Zubko widmete. Die hatte damals gerade ihr Gesangsstudium in der Ukraine beendet und ging nach Frankfurt, um an der dortigen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst zu studieren. Uraufgeführt wurde das Werk nun – frisch überarbeitet – beim Konzert zum Jahrestag des Angriffskrieges auf die Ukraine im Stadthaus. „Zuversicht“ wurde Namensgeber des Konzerts und ein Höhepunkt desselben.
Eine Premiere in zweierlei Hinsicht
Vitali Vyshynskyi konnte mit seiner Frau, einer Pianistin, sogar aus der Ukraine zur Uraufführung anreisen – und für die seit 2018 am Theater Ulm engagierte Maryna Zubko war es eine Uraufführung in zweierlei Hinsicht. Es war das Werk selbst, das die unerschütterlich vertrauenden Worte des 23. Psalms mit zeitgenössischen atonalen Klängen unterlegt und damit ins Heute transportiert, das nun erstmals auf die Bühne gebracht wurde. Es war aber auch das erste Mal überhaupt, dass die Opernsängerin Zwölftonmusik aufführte.
Maryna Zubko gehörte der erste Teil des Konzerts alleine – sie glänzte im nachtblauen Abendkleid mit Liedern von Franz Schubert, Franz Liszt, Gustav Mahler und Richard Strauss, begleitet am Flügel vom früheren Ulmer Generalmusikdirektor Timo Handschuh. Im Hintergrund lief ein hochemotionales Video in Dauerschleife, das unter anderem Chöre und Musiker in zerstörten Theatern in der Ukraine zeigt. Es stammt von dem aus der Ukraine stammenden Ulmer Werbeagentur-Geschäftsführer Nestor Aksiuk. Zu sehen ist darin auch Opernsänger Serhii Ivanchuk, der während seines zivilen Einsatzes im Krieg lebensgefährlich verwundet worden war und inzwischen in Ulm lebt. Im Dezember war er neben dem ukrainischen Präsidenten Selenskyi auf dem Titel des Time Magazines abgebildet. Serhii Ivanchuk, der zu Kriegsbeginn in Italien studiert hatte und als ziviler Helfer in die Ukraine zurückgekehrt war, sang Lieder Kiewer Komponisten des 20. Jahrhunderts und das neapolitanische „O sole mio“.
Konzerteinnahmen gehen an ukrainisches Waisenhaus und Notfallklinik
Mykhailo Hnatiuk kam in dieser Spielzeit ans Theater Ulm. Der Tenor präsentierte mit Maryna Zubko Puccini-Arien und bewies auch solistisch hohe Qualität mit einem Werk Fedir Nadenenkos. Zum Ende zeigte Maryna Zubko noch eine eher unbekannte Seite ihrer Kunst: Sie interpretierte temperamentvoll Astor Piazzollas „Yo soy Maria“ aus der Tango-Oper „Maria de Buenos Aires“. Stehende Ovationen gab es für alle Künstler des Abends – und Spendengelder für Projekte der Ulmer deutsch-ukrainischen Gesellschaft. Die organisiert nämlich derzeit eine Samstagsschule in Ulm, in der ukrainische Kinder ab März mit Deutschunterricht gefördert werden sollen. Ein anderer Teil der Einnahmen geht an ein Waisenhaus in Lemberg und an die Notfallklinik in Charkiw, wo Serhii Ivanchuk erstbehandelt wurde, nachdem er im März 2022 von mehreren Kugeln getroffen worden war.
Pressemeldung: „Die Herzen schlagen für die Ukraine“ von der Südwest Presse am 27. Februar 2023
Bild- und Textquelle: https://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/ulm-konzert-will-zuversicht-in-dunklen-zeiten-verbreiten-id65668656.html
